Waldschulheim im Kloster Schöntal

Erstellt am Donnerstag, 01. März 2018

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Im malerisch gelegenen Kloster Schöntal nordöstlich von Heilbronn fand dieses Jahr unser Waldschulheim statt. Auf dem historisch bedeutsamen Gelände (Kloster seit 1157, prunkvolle Barockkirche von 1727, prachtvolle Gebäude, Grab des „Götz von Berlichingen“). Unser Quartier war dementsprechend früher ein Stall mit einfachen Hausknechts- und Handwerker-Zimmern darüber.

02.19 Nr. 008Am Montagnachmittag führte der zuständige Forstwirtschaftsmeister die Schüler zu schneebedeckten Wiesen oberhalb des Klosters und erklärte bei herrlichstem Wetter geduldig die vielen sich überkreuzenden Tierspuren, die gerade erst am Morgen entstanden waren. Plötzlich rannte ein Hase quer über die Wiese -  ein besonderes Erlebnis für die Schüler.

Der Dienstag begann für die Schüler mit dem üblichen Tagesablauf: Gewecktwerden um 6.30 Uhr, Frühstück um 7. 15 Uhr, Loslaufen um 8.30 Uhr zur Waldarbeit. Die Schülerinnen und Schüler (mit „SuS“ abgekürzt) entfernten Wildverbiss-Schutzröhren von Bäumen, machten Feuerholz oder befreiten einen Waldabschnitt von Unterholz. Dabei lernten sie, wie man Astschere (auch „Waldteufel“) genannt und Astsäge / Baumsäge sicher und effizient verwendet. Die SuS waren schließlich richtig stolz, wie viel Unterholz sie beseitigt hatten. Das Mittagessen wurde stilecht in der Waldhütte serviert. Gegen 13.30 Uhr begann ein Geländespiel, bei dem Schüler in drei Gruppen mittels Laufzettel und Kompass über verschiedene Stationen selbst den Weg zurück ins Kloster finden sollten. Doch schon nach kurzer Zeit (die Lehrkräfte sollten ausdrücklich nur bei ihrer Gruppe Mitlaufen und helfen) verliefen sich alle Gruppen! Eine musste am Schluss sogar durch den Leiter des Schullandheims lokalisiert dann nach Hause gelotst werden. Was für ein Abenteuer für SuS und Lehrer!

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Am Mittwoch war morgens wieder Waldarbeit dran. Nachmittags wurde es wieder spannend. Der Bus, der uns nach Heilbronn bringen sollte, hatte fast 10 Min. Verspätung. Würden wir unseren Anschlusszug noch erreichen? Der Busfahrer legte sich ins Zeug und wir kriegten den IRE nach Heilbronn doch noch. Im Deutschhof-Museum erhielten wir eine spannende Führung zu den Franken und Alemannen. Das 1500 Jahre alte Skelett des Horkheimer Reiters hatte es den Schülern besonders angetan. Zuletzt durften die SuS noch ein Fliesen-Puzzle mit alten Mustern legen sowie mit Gänsefeder und Tintenfass nach dem Vorbild einer alten Mittelalterschrift schreiben. Dann hatten die SuS noch 2h Zeit zum Bummeln. Es folgte eine Rückfahrt mit Hindernissen. Der Zug hatte zunächst 10, dann 20, dann 25 Min. Verspätung. Wir waren schon sicher unseren Anschlussbus verpasst zu haben, doch zum Glück hatte der Busfahrer extra auf uns gewartet und wir kamen nicht so spät am Waldschulheim an wie befürchtet.

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Donnerstagvormittag liefen wir ca. 45 Min. zu einem Waldstück. Ein Schüler entdeckte eine Feldmaus, die dann von Handschuh zu Handschuh weiterwanderte und mit uns ebenfalls am Ziel ankam. Am Arbeitsort angekommen wurde uns das Baumfällen beigebracht. So wurde erklärt, wie die Fallrichtung zu bestimmen, die Fallkerbe auszusägen und der Sägeschnitt anzusetzen ist. So machten sich unsere SuS in Dreiergruppen ans Werk und fällten junge Bäume, damit später eine sog. „Rückegasse“ für Waldmaschinen freigemacht werden könnte. Gegen Ende der Arbeiten bereitete Mutter Natur uns eine kleine Freude: Vier Rehe rannten über das schneebedeckte Feld in der Nähe. Nachmittags konnten die SuS unter verschiedenen Workshops wählen, darunter Pfeil und Bogen-Bau, Backen, Schnitzen/Holzwerkstatt und Beauty-Workshop. Eine Nachtwanderung mit Stockbrot am Feuer rundete diesen gelungenen Tag ab.

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Der Abreisetag war haushaltserziehrischer Natur  Die SuS mussten ihr Zimmer und das Waschbecken sauber machen, den Müll sortieren, ihnwegbringen sowie die Bettwäsche abziehen und in die korrekten Behälter verräumen.

Die Rückfahrt verlief wie die Hinfahrt zügig und so konnten die müden, aber glücklichen Schüler nach einer wahrlich erinnerungswürdigen Woche endlich in die Arme ihrer Eltern fallen.

M. Gruhn