Schulname

Warum unsere Schule nach Graf Eberhard benannt wurde


Die folgenden Texte entstammen der Festschrift zur Namensgebung unserer Schule. Sie  wurden von R. Weber für den vernetzten Unterricht zum Thema „Am neuen Ort“ überarbeitet, Stand: Oktober 2007

 

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M1 Wer war Graf-Eberhard? (nach Carl Herzog von Württemberg erzählt, gekürzt)

Graf Eberhard wurde vor 538 Jahren am 11. Dezember 1445 geboren, der Mann, an den der Name dieser Schule erinnern soll. Diese Namensgebung soll nicht nur eine Erinnerung wach halten; die Person, die diesen Namen trug, soll zugleich der jetzigen und allen kommenden Schülergenerationen Vorbild sein.

Als Graf Eberhard im Alter der heutigen Schüler war, hatte er nicht viel Gelegenheit, sich umfangreiches Wissen anzueignen. Seinen Vater verlor er mit 5 Jahren, 2 Jahre später verheiratete sich seine Mutter wieder. So war niemand da, der für eine gute Ausbildung des jungen Grafen gesorgt hätte. Er wäre kein richtiger Junge gewesen, wenn ihm nicht das Reiten und die Jagd lieber gewesen wären als trockene Gelehrsamkeit. Seine fehlende Schulbildung hat er später als bitteren Mangel empfunden und als erwachsener Mensch versucht, das Versäumte nachzuholen. Mit 31 Jahren gründete er daher - nicht zuletzt unter dem Einfluss seiner hoch gebildeten Mutter - die Universität Tübingen. 

Von größerem Wissen und umfassenderer Bildung erhoffte er sich eine wundersame Wirkung. Vieles ist besser geworden in den vergangenen 500 Jahren, aber leider ist das „verderbliche Feuer menschlicher Unvernunft und Blindheit“ noch nicht erloschen . Aber eins steht fest: Anfang und Grund­stein von Bildung und Weiterentwicklung ist die Schule und das, was sie ihren Schülern mit­geben kann.

In Lebensbeschreibungen werden dem Grafen Eberhard im Bart Geduld, Weitblick, Gerech­tigkeitsliebe, Zähigkeit und Treue bescheinigt - Eigenschaften, die immer noch  den Schülern beigebracht werden sollten. Richtig verhält sich, wer sich den Wahlspruch des Grafen zu eigen macht: „Attempto - ich wag's“.

 

M2 Eberhard im Bart (nach Dr. WiIfried Setzler)

Die Familie der Grafen von Württemberg ­hat einige bedeutende Mitglieder hervorgebracht. Für uns besonders von Bedeutung ist bis heute Graf Eberhard von Württemberg, der den Beinamen „im Bart“ erhalten hat.

Er wurde als zweiter Sohn des Grafen Ludwig und der Mechthild von der Pfalz am 11. Dezember 1445 im väterlichen Wasserschloss in Urach geboren.

Schon mit fünf Jahren verlor Eberhard den Vater, der auf dem Sterbebett bestimmte, dass der Sohn kein Geistlicher, kein Mönch etwa, werden sollte. Da seine Erzieher diesen Ausspruch allzu wörtlich nahmen und sich seine Mutter nicht um seine Erziehung kümmern konnte, wuchs er recht wild und ohne große Schulbildung auf. Als 1457 sein älterer Bruder starb, wurde der 11jährige Eberhard alleiniger Inhaber der Grafschaft Württemberg-Urach. Seine politische Fähigkeit, seine Klugheit und Weitsicht bewies er erstmals, als es ihm mit 14 Jahren - gerade volljährig geworden - ge­lang, seine Vormundschaft abzuschütteln und die Regierung des Landes allein zu übernehmen. Viel Interesse zeigte er daran allerdings zunächst nicht. Die große Wende in seinem Leben brachte 1468 die Pilgerreise nach Jerusalem. Von ihr kam der 22jährige Eberhard als neuer Mensch zurück. Von nun an führte er als sein persönliches Zeichen die Palme (der immergrüne Baum ist ein Symbol des ewigen Lebens) und die Devise „attempto“ („Ich wag's.“).

Von großem und guten Einfluss auf ihn war si­cher auch seine gebildete, sehr mildtätige und besonnene Frau Barbara Gonzaga aus Man­tua; mit der er im Juli 1474 Hochzeit feierte.

So gründete er 1477 in Tübingen eine Universität, was seine Zeitgenossen als eine ganz un­geheure Tat ansahen; hatten doch bisher nur Könige, Bischöfe und Herzöge Hochschulen gegründet.

1495 vereinigte er das geteilte Württemberg, weswegen er zum Herzog erhoben wurde.

Ein halbes Jahr später, am 24. Februar 1496, starb er in Tübingen. Seinem letzten Willen gemäß wurde er in seiner Lieblingsgründung, im Kloster St. Peter im Schönbuch auf dem Einsiedel (heute gehört Einsiedel zu Kirchentellinsfurt) begraben.

Mit ihm verlor Württemberg einen Mann, dem gelang, was er anpackte. Er hat sein Land vergrößert und stabilisiert. Kriege lehnte er ab. Den Frieden suchte er mit klugen Bündnissen zu wahren. Er sorgte für ein Stück Demokratie, indem er sein Volk auf den Landtagen mitbestimmen ließ. Nie vergaß Eberhard seine hochgesteckten Ziele, nie verlor er dabei seine Ehrlichkeit und seinen Sinn für Recht und Gerechtigkeit ...

 

M3 Zur Namensgebung unserer Schule nach Bernhard Knauss, Bürgermeister

Viele Bürger werden sich fragen, warum wir für unsere Realschule heute den Namen eines adligen Landesherren aussuchen, und was Graf Eberhard mit Kirchentellinsfurt zu tun hat. Der Namenspatron unserer Schule war nicht nur einer der bedeutendsten deutschen Staatsmänner späten Mittelalters, er gab dem kulturellen und bildungspolitischen Leben seiner Zeit in unserem Lande wichtige Impulse. Er gründete die Universität Tübingen und schloss den Münsinger Vertrag, mit dem die Einheit Württembergs 1495 wieder hergestellt wurde. Er hatte aber auch starke Bindungen zum Einsiedel, der ja seit mehr als 150 Jahren ein Teil der Gemarkung Kirchentellinsfurt ist. Hier erbaute er im Jahre 1482 das Jagdschlösschen Einsiedel und 10 Jahre später das Stift St. Peter.

 

M4 Graf-Eberhard-Realschule - ein Name, der verpflichtet nach Gerhard Krumrey, erster Realschulrektor

Die Entschei­dung für den Namen Graf Eberhards bestimmten neben der Bindung an den Einsiedel charakterliche und ethische Werte eines Menschen. Graf Eberhard wird als ein diplomatischer, geduldi­ger, kluger, gebildeter, neugieriger und wissensdurstiger Mann beschrieben.          

Graf Eberhard war ein Mann des Teams. Deshalb ist es kein Zufall, dass sein Beraterkreis aus Männern be­stand, die ihn an Intelligenz und Kenntnisreichtum übertrafen und ihn dennoch akzeptierten.

Trotz seines Fürstenranges hat er aber auch den einfachen Menschen nicht vergessen. Viele Geschichten und Lieder belegen, dass er Vorbild für sein Volk, für seine Unter­tanen war. 1496 wurde Graf Eberhard im Barte auf dem Einsiedel begraben.

Die Persönlichkeit und das fruchtbare Wirken des württembergischen Landes­herrn können auch heute noch unserer Jugend ein Vorbild sein.        Der Name dieses Grafen Eberhard, den unsere Realschule nun trägt, wird deshalb dauernde Aufgabe und Verpflichtung sein, sich mit seiner Person zu beschäftigen.